Trauerstein

Januar 2008 – Status quo

 

1. Prolog

Man mag mir das nachfolgende Bild verzeihen. Und ich bin mir bewusst, dass auch die Möglichkeit besteht, dass AP R. Krause das Bild wieder missdeutet (bewusst oder unbewusst), so wie es in seinem Kommentar zu einem Artikel von M. Koch in GK der Fall war. Trotzdem, das Bild geht mir nicht aus dem Kopf. Ich glaube ich habe es in einem Geschichtsbuch in der Schule gesehen:
Fotos von einem Kampfplatz, der Rauch des Gefechtes hatte sich verzogen und man war dabei, das Ergebnis der Schlacht zu begutachten. War Blankenese eine Schlacht? Ein Kampf? Wer gegen wen und mit welchen Mitteln?
Und wer hat gewonnen? Und was sind die Opfer? Eins kann man sicher schon jetzt sagen: Alle haben es nur gut gemeint! Vor allem die Kirchenleitung hat es sicher nur gut gemeint mit der Gemeinde, in der festen Überzeugung, die verirrten Schäflein wieder auf den Pfad der rechten Erlösung hin zubringen. (man verzeihe mir den Ausdruck Kirchenleitung, aber ich benutze ihn der Einfachheit halber, da ich keine Lust habe immer die ganze Segenslinie zu zitieren, unter KL versteh ich im folgenden den BAP, AP, BÄ )

Aber, das lehrt schon die Lebenserfahrung: das Gegenteil von gut sein ist gut meinen!

Und ob die KL wirklich gut war, oder es nur gut gemeint hat, diese Frage muss sie sich letztendlich selbst beantworten und der geschätzte Leser dieser Dokumentation mag sich sein eigenes Urteil bilden.

 

2. Die Fakten

I.

20 Geschwister haben über einen Zeitraum von über 3 Jahren die Gemeinde verlassen und sind in eine NAK-Nachbargemeinde gewechselt. Von diesen 20 waren 4 Geschwister dabei, deren Motiv für den Gemeindewechsel hauptsächlich darin bestand, dass sie den Stress des Konfliktes der Gemeinde mit der KL nicht aushalten konnten oder wollten. Das Motiv der anderen 16 lag hauptsächlich darin, dass man sich mit der neuen Spiritualität der Gemeinde, der klaren Jesus-Zentriertheit, dem kritischen Hinterfragen der NAK-Lehre und den erweiterten geistlichen Angeboten, wie Bibelkreise etc. nicht identifizieren konnte. Diesen ersten Aderlass hat die Gemeinde ohne Probleme verkraftet. Ohne in irgendeiner Weise werten zu wollen oder die persönlichen Umstände eines jeden einzelnen vernachlässigen zu wollen: diese Geschwister (und wir nennen sie immer noch gerne so) waren eben aufgrund der Nicht-Identifikation, der eher passive Teil der Gemeinde. Es waren nur wenige darunter, die eine Funktion in der Gemeinde ausgeübt hätten oder zum Kirchenchor gehörten.

Selbstkritik: vielleicht waren wir diesen Geschwistern gegenüber auch zu heftig missionarisch unterwegs.

Waren wir gut? Oder haben wir es nur gut gemeint?

II.

 

 

Und der Rest? Ich bezweifele aus meiner Kenntnis sehr stark, dass sich nun ein „stabiler“ Amtskörper und Kreis von Funktionsträgern gebildet hat. Mehr will ich dazu im Augenblick nicht sagen, letztendlich ist es auch absolut unerheblich für die Beurteilung der Situation.

Kirchenleitung: wart ihr gut? Oder habt ihr es nur gut gemeint?

III.

19 Geschwister sind bis heute aus der NAK ausgetreten und haben die Gemeinde verlassen.

Kirchenleitung: wart ihr gut? Oder habt ihr es nur gut gemeint?

IV.

Diesen Aderlass hat die Gemeinde nicht mehr verkraftet. Der Gottesdienstbesuch ist um über 60% zurückgegangen. Von der Restgemeinde besucht nur noch ein kleiner Teil regelmäßig die Gottesdienste, ansonsten wird nach Einteilungsplan entschieden, ob man kommt. Die Gemeindeaktivitäten kommen mehr und mehr zum erliegen. Der jetzige Vorsteher hat zwar noch einen Jahresplan verabschiedet, der voller Aktivitäten ist. Pfeifen im Wald, kann man dazu nur sagen, es wird ein Plan bleiben.

Mir wurde berichtet, dass kürzlich ein Bruder aus einer anderen Gemeinde Blankenese besuchte, um die Gemeinde kennen zu lernen, über die soviel im Internet zu lesen ist. Er war enttäuscht, da er nichts mehr von dem vorgefunden hatte, was über die Gemeinde berichtet wurde. An alle die diesen Artikel lesen und vielleicht vorhaben die Gemeinde zu besuchen: Ihr könnt darauf verzichten. Diese Gemeinde gibt es nicht mehr.

Kirchenleitung: wart ihr gut? Oder habt ihr es nur gut gemeint?

Trauerstein

 

3. Die Methode

Es ist der Betrachtung wert, mit welcher Methode die KL reagiert hat, als die Gemeinde den Brief an den STAP geschickt hat. Den Begriff „Strategie“ möchte ich an dieser Stelle nicht verwenden, da eine solche nicht erkennbar ist. Die Antwort des STAP bestand im Wesentlichen darin, dass er den BAP beauftragt hatte, sich der Angelegenheit anzunehmen. Mehr Vorgaben waren darin, jedenfalls für uns nicht ersichtlich.

Die nun angewandte Methode ist schon eher als reflexhaft zu bezeichnen. Getreu der eigenen Überzeugung: „je höher das Amt, desto größer ist die (selig machende) Wirkung“ wurde die Gemeinde geradezu überrollt von AP-Gottesdiensten, Gottesdiensten des Bischoffs und der Bezirksämter. Und das noch bis heute.

Ich glaube, es gibt keine Gemeinde weltweit, die in diesem fraglichen Zeitraum eine derartige Ballung von Gottesdiensten erlebt hatte, die von Amtsträgern der höheren NAK-Amtshierachie durchgeführt wurden. Und alle Gottesdienste waren Konserve (d.h. Rekapitulation bereits gehaltener Gottesdienste ohne Eingehen auf die Gemeindesituation) oder dogmatisch.

Kirchenleitung, wart ihr gut in diesen Gottesdiensten? Oder habt ihr es nur gut gemeint?

Hättet ihr uns doch nur einen einfachen Priester geschickt, mit offenem Herzen, mit wahrer Demut und dem Herrn zugewandter Einstellung.
Wir wären selig geworden.

Ämterversammlungen wurden durchgeführt, die zum Teil durch ätzende Polemik gekennzeichnet waren. Entsprechende Dokumentationen sind vorhanden. Es mag zur Sache sprechen, dass ein Diakon im laufe einer solchen Ämterversammlung sein Amt niedergelegt hat.
Hinsichtlich der anderen Vorkommnisse, wie Gewissenprüfungen etc. möchte ich an dieser Stelle nichts weiter hinzufügen.

Das war also die Methode, wie der Auftrag des STAP umgesetzt wurde „sich der Gemeinde anzunehmen“.

Zusätzlich kamen noch andere Maßnahmen von höchster Symbolkraft. Erwähnt sei hier das Entfernen von Kreuzen aus dem Gemeinderaum und der Sakristei, die Entfernung von Altarschmuck und einem Trauerstein vor dem Kirchenlokal.

Kirchenleitung: ihr solltet euch der Gemeinde annehmen! Und ihr gabt ihr nicht einmal den Raum Trauer zu zeigen. Ihr fühltet euch dadurch provoziert.

Was mich persönlich am meisten schockiert hat: ein Apostel Jesu lässt Kreuze aus einem Gotteshaus entfernen. Ein Kommentar von AP Krause zu diesem Sachverhalt mag bedeutsam sein. O-Ton zu einer Schwester: „ich komme ja auch nicht in Ihre Küche und hänge irgendwelche Bilder auf“. Wie schön, das das Kirchenlokal einer Gemeinde, die dafür jahrzehntelang geopfert hat und es jahrzehntelang gepflegt hat, mit der eigenen Küche verglichen wird. Gehört die Kirche nicht auch der Gemeinde?

 

4. Inhaltsreiche Gottesdienste

Es muss an dieser Stelle erwähnt werden. Weil es in allen Diskussionen, Kommentaren, Gottesdiensten, Briefen und Stellungnahmen nie Beachtung gefunden hat. Ein Hauptanliegen der Gemeinde in dem Brief an den STAP war der Wunsch nach inhaltsreichen Gottesdiensten.
In der Nachbetrachtung ist es schon bemerkenswert, wie dieses Thema von allen der KL zugehörigen Personen tot geschwiegen wurde.

Dieses Bedürfnis wurde auch nie in Ämterversammlungen angesprochen.

Man kann darüber nur spekulieren:

 

 

Fakt ist, dass sich substantiell an der Qualität der Gottesdienste nichts geändert hat. Fakt ist außerdem, dass die Gemeinde darüber entscheidet, was sie hört oder nicht hört. Wir leben in einem Land, wo glücklicherweise ein hohes Maß an Freiheit herrscht über das was gesagt wird. Noch glücklicher ist der Umstand, dass man nicht gezwungen werden kann, jedem zuzuhören. Dass die Gemeinde daraus die Konsequenzen gezogen hat, zeigen die Ausführungen unter 2.IV.

Kirchenleitung, begreift doch mal eins: nicht die Amtsstufe macht die Qualität einer Predigt aus! Ich weiß, dass das euer Selbstverständnis im Kern trifft. Vor allem da ihr sehr häufig von Ja-Sagern und Lobhudlern umgeben seid.

Kirchenleitung, in den in Blankenese gehaltenen Gottesdiensten wart ihr nicht gut. Auch wenn ihr es gut gemeint habt.

Trauerstein

 

5. Verlierer

Ich komme zurück auf das im Prolog erwähnte Bild. Wer sind die Verlierer?

Die Gemeinde

Die Gemeinde hat verloren. Einfach aus der Tatsache heraus, dass es sie nicht mehr gibt. Blankenese wird nichts weiter als eine Fußnote (bestenfalls) in der Geschichte der NAK sein. Auch wenn nun seitens der KL versucht wird, die Gemeinde durch Zuordnungen aus anderen Gemeinden zu beatmen. So wie sie war, so wie ich sie geliebt habe, so wird sie nicht wieder sein. Ich bin sehr traurig, aber ich muss es wiederholen: „Blankenese gibt es nicht mehr“.

Das Apostolat

Die Gemeinde ist zwar weg, aber ihr habt trotzdem verloren. Verloren an Glaubwürdigkeit, verloren an Vorbildfunktion, verloren an Zutrauen, verloren an Akzeptanz.

Was habt ihr erreicht?
Habt ihr das Evangelium Jesu Christi in der reinen Lehre gerettet?
Habt ihr wirklich für Ruhe gesorgt? Oder rumort es nun nicht noch mehr an anderen Stellen?
Habt ihr wirklich für Ruhe gesorgt in euren Bezirken?
Wart Ihr Gehilfen zur Freude, wie es euer Auftrag sein sollte?

Ich muss diese Frage noch einmal stellen. Und sie soll bohrend in euer Herz dringen:
Was habt ihr erreicht?

Kirchenleitung: wart ihr gut? Oder habt ihr es nur gut gemeint?

 

6. Gewinner

Gibt es tatsächlich Gewinner?
Ich bin selbst über diese Frage gestolpert, aber tatsächlich lag die Antwort schon längst auf der Hand. Ja, es gibt einen Gewinner: und das ist niemand anders als unser HERR und Heiland JESUS Christus!
Ich bin begeistert, wenn ich sehe, wie sehr sich unsere Geschwister, ob weiterhin Mitglied der NAK oder nicht, dem HERRN verschrieben haben.
Ich bin begeistert wenn ich sehe, wie aus Mitläufern JESU Jünger wurden.
Ich bin begeistert, wenn ich sehe, wie es uns immer mehr gelingt, den HERRN in den Mittelpunkt zu stellen.
Ich bin begeistert, wenn ich mit Bruder und Schwester rede und ich ihre tiefe Gläubigkeit und Zuversicht zu JESUM höre und verspüre.
Ich bin begeistert, wenn ich sehe, je stärker der Druck der KL wurde, je mehr sich jeder einzelne dem Herrn JESUM zuwandte. Als dem einen und einzig wahren Retter und Helfer. Ich bin begeistert, wenn mir von den vielen Begegnungen mit dem HERRN erzählt wird.

Ja, Herr Jesus, du hast gewonnen. Noch nie standest du in so vielen Herzen der Blankeneser an erster Stelle.

Kirchenleitung: das habt ihr wirklich gut gemacht!

NdRb für wwb

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